Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans

Die Kindertagesstätten haben den Auftrag „Bildung – Erziehung – Betreuung“.
Die Anforderungen der heutigen Gesellschaft  im Bildungsbereich steigen enorm.
Wir suchen in unserer pädagogischen Zielsetzung die Balance zwischen

  • den An-/Herausforderungen welche der BayKiBiG (Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan von 2005) an unsere Einrichtungen stellt
  • und dem Wissen, dass jedes Kind eigene Bedürfnisse und ein eigenes Tempo hat um sich zu entwickeln, und
  • dass jedes Kind  bis zum Ende der Kita-Zeit ausreichend Rüstzeug benötigt um das Leben außerhalb des Schonraumes zu bewältigen.

Förderung der Basiskompetenzen

Diese Basiskompetenzen setzen sich zusammen aus:

  1. Soziale Kompetenzen
  2. Lernmethodische Kompetenzen
  3. Individuumsbezogene Kompetenzen

Diese 3 Bereiche sind nur teilweise zu trennen, im Alltag mit den Kindern greifen sie ineinander über.
Die Förderung der sozialen Kompetenzen bestimmt den pädagogischen Alltag mit den Kindern, ist aber von außen nur schwer mess- und sichtbar. Darunter verstehen wir:

  • Sozialen Umgang erlernen (Aufbau von Beziehungen/Kooperationsfähigkeit)
  • Konfliktfähigkeit erwerben
  • Freunde finden, Kontakte knüpfen (Kommunikationsfähigkeit erlernen)
  • Mitempfinden, aber auch Abgrenzen lernen (Empathie)
  • Toleranz üben (Sensibilität und Achtung vor der Andersartigkeit)
  • Strategien für Problemlösungen kennenlernen, ausprobieren und anwenden
  • Hilfestellung (durch andere Kinder/Erwachsene) bei Bedarf anfordern
  • Verantwortung übernehmen
  • Kritikfähigkeit entwickeln
  • Vermittlung von Werten, Normen und Bräuchen (Wertekompetenz)

Lernmethodischen Kompetenzen

Darunter verstehen wir:

  • Exemplarisches Lernen in lebensnahen Situationen
  • Bewusster Erwerb von Wissen
  • Experimentieren dürfen
  • Lernen durch Tun (learning by doing) – Forschendes Lernen
  • Eigene Erfahrungen sammeln – Fehler machen dürfen
  • Einbeziehen aller Sinne für eine ganzheitliche Entwicklung
  • Quantitative Einschränkung des Spielmaterials zugunsten einer qualitativen Vertiefung der Spiel- und Lernmöglichkeit
  • Wissen über Lernvorgänge

Individuums- bzw. personalbezogene Kompetenzen:

Darunter verstehen wir:

  • Entwicklung zu Selbstständigkeit
  • Denkfähigkeit
  • Neugierde zulassen und fördern
  • Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und Körper
  • Regulierung der körperlichen Anspannung/Selbstregulierung
  • Entwicklung von Resilienz(Widerstandsfähigkeit)

Sonstige Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit sind:

Leben in und mit der Natur

Was wir darunter verstehen:

  • Behutsamer Umgang mit der Natur
  • Hinführung zu praktischen Natur- und  Umweltschutz
  • Umgang mit Ressourcen
  • Trennung/Vermeidung von Müll
  • Leben im Rhythmus der Jahreszeiten – Erkennen von Gesetzmäßigkeiten
  • sich selbst – bei jedem Wetter – im Freien aufhalten (tägliches Rausgehen)
  • Natur- und Sachwissen erwerben
  • Umgang mit Naturmaterialien: Sand, Erde, Matsch, Holz, Blätter, Stöcken, …
  • Bewusstsein für Umwelt und Natur entwickeln

Lernen durch Bewegung

Darunter verstehen wir:

  • Bewegungsfreude fördern und erhalten
  • Freude am gemeinsamen Bewegen in der Gruppe entwickeln
  • motorische Fähigkeiten trainieren (Grob-, Feinmotorik, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Raumorientierung, Gleichgewicht, Geschicklichkeit)
  • wöchentlich angeleitete Turn-und Bewegungsstunden – Lernen von Regeln
  • Offenes Bewegungsangebot zu bestimmten Zeiten  in der Sporthalle
  • Angebot von Psychomotorikstunden sowohl gemeinsam mit den besonderen Förderkindern in den Fachdienststunden wie auch im Kleingruppenprojekt
  • Bewegung zur Impulskontrolle und Selbstregulierung
  • Aufenthalt im naturnah gestalteten Garten (siehe: Leben und Lernen im Garten)
  • Austesten der eigenen Grenzen, bzw. erweitern der Grenzen durch eigenes Tun

Als Einrichtung unter evangelischer Trägerschaft ist uns der

Bereich: religiöse Erziehung

äußerst wichtig und sollte Basis für all unser Tun und  Handeln sein:

was wir darunter verstehen:

  • Religiöse Grunderfahrungen und Werte erschließen: Liebe, Geborgenheit, Vertrauen, Wertschätzung,Toleranz, Verantwortung, Gemeinschaft
  • Fragen nach Sinn und Ziel des Lebens und der Welt (woher komme ich, wofür lebe ich, wo gehe ich hin)
  • Achtung vor der Natur als Schöpfung Gottes
  • Achtung vor den Mitmenschen als Geschöpfe Gottes ( jeder ist einmalig- so wie Gott ihn geschaffen hat)
  • Nächstenliebe als Grundlage des christlichen Glaubens (Integration von Kindern mit besonderen Handicaps)
  • Erlernen von Elementen des gemeinsamen und freien Gebetes, von religiösen Liedern als Ausdruck des Bekenntnisses zu Gott
  • Kennenlernen von biblischen Geschichten
  • Feiern von christlichen Festen im Kindergartenalltag
  • Einbindung in das Netz der Kirchengemeinde (Besuch der Senioren, Gestalten von Gottesdiensten, Besuch des Pfarrers zur monatlichen Kinderstunde)

Darüber hinaus finden alle weiteren Bereiche des Bildungsplanes in unserer pädagogischen Arbeit ihren Platz.
Hier einige Beispiele für die Umsetzung im Alltag:
Musikalische Bildung: tägliches Singen, Tanz-, Singspiele, Einsatz von Orff-Instrumentarium, Klanggeschichten, Wahrnehmungsspiele z.B. Richtungshören, auf musikalische Reize reagieren,  Bauen von eigenen Rhytmusinstrumenten, Hören von klassischer Musik u.a.Musikarten,

Ästhetische, bildnerische Bildung: viele Kreativangebote mit unterschiedlichsten Materialien, verschiedenste Mal- und Gestaltungstechniken, wertschätzender Umgang mit den Werken der Kinder, sowohl zu Einzel- als auch Gemeinschaftsgestaltungen anregen, Wert legen auf sorgfältigen Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Materialien und Spielsachen.

Medienbildung: Einsatz von Digitalkamera und Laptop bei der Portfolioarbeit, Kinder dürfen ab und zu Telefonanrufe entgegennehmen,

Mathematische Bildung: Entdeckungen im Zahlenland für die Großen, Raum-Lage Spiele, Sortieren, Zählfertigkeit üben, zeitliche Orientierung, Erkennen von Mustern und Mengen – Hüpfspiele, Klettern, Rennen, Balanciern…

Naturwissenschaftliche  und technische Bildung: Experimente mit Feuer, Wasser, Erde, Luft, Projekt ‚Strom und Technik, Umgang mit Ressourcen, Umweltpolizei-Projekt, Arbeiten an der Holzwerkbank – Beobachten bzw. Mithilfe bei der Erledigung von Kleinreparaturen im Haus.

Sprachliche Bildung: Wuppis Abenteuerreise ins Land der phonologischen Bewusstheit für die Großen, tägliche Finger-, Reim-, Ratespiele, Bilderbuchbetrachtungen im Dialog/Kleingruppe/Gesamtgruppe, Gespräche über Erlebnisse der Kinder, Sprechen in vollständigen Sätzen, Rollenspiele, Arbeit mit der Portfoliomappe, Entwicklung einer Schriftkultur durch Gestaltung der kindlichen Welt mit Postern, Buchstaben (Literacyumgebung)
(Anmerkung: das Team nahm 2009/2010 an einer 150-stündigen Sprachfortbildung des bayerischen Staatsministeriums mit Erfolg teil)

Interkulturelle Erziehung: da der Migrationsanteil bei uns sehr gering ist, ist dieser Aspekt weniger berücksichtigt. Wir sind tolerant anderen Konfessionen gegenüber, gehen wertschätzend und offen miteinander um und berücksichtigen die Wünsche dieser Eltern hinsichtlich Lebensmittel, Feste und Feiern.

Gesundheitliche Bildung: wöchentlich bzw. zweiwöchentliches gesundes Frühstück, gemeinsames Kochen in der Gruppe, Thema Mein Körper und ich, Besuch beim Zahnarzt,  Umgang mit Krankheit, Ich darf auch mal nein sagen, Umgang mit guter und schlechter Laune/Selbstregulation, Unfallverhütung, Erste Hilfe Kurs für die Großen, Hygiene.