Eingewöhnkonzept in der Krippe

 

 

  Gänseblümchengruppe

 

  Eingewöhnung

  Stand: Sommer 2017

Willkommen bei den Gänseblümchen    — und dies gilt nun auch für die Käferkinder 🙂

Liebe Eltern, wir freuen uns sehr, dass sie sich für unseren Kindergarten, und somit für die Gänseblümchengruppe entschieden haben.

Mit der Aufnahme Ihres Kindes beginnt sein großes „Kindergarten-Pusteblume- Abenteuer“ mit vielen tollen Erlebnissen, Erfahrungen, dem Erlernen neuer Fähigkeiten, Schließen von ersten Freundschaften usw.

Das Abenteuer beginnt mit der Eingewöhnung, die wir gemeinsam meistern werden. Dieses Konzept bringt Ihnen die wichtigsten Basisinformationen, die Ihnen helfen die Eingewöhnungszeit besser zu planen und sich ein Bild über ihren Ablauf zu machen.

Einstimmung auf unsere Eingewöhnung

In Deutschland gibt es unterschiedliche Eingewöhnungsmodelle. Die zwei bekanntesten sind: das Münchener Eingewöhnungsmodell nach Winner & Erndt-Doll (2009) und das von Laewen, Andres & Hédérvari-Heller (2011) entwickelte Berliner Eingewöhnungsmodell. Unsere Eingewöhnung ist an das Berliner Modell angelehnt.

Bevor wir zur Erklärung unserer individuellen Umsetzung kommen, möchten wir sie gerne mit einer kurzen Geschichte einstimmen:

Wer hat hier Angst?

Hallo, hier ist Jens! Viereinhalb Jahre bin ich alt. In den Kindergarten gehe ich selten, weil meine Mama Angst hat, ich könnte Angst haben. Das macht mich ganz schön durcheinander. Kompliziert, was?                                           

Gerade sind wir auf den Weg zum Kindergarten. Dabei sieht mich Mama oft zärtlich und fragend an. Sie führt mich sanft und sagt beruhigende Worte  ,, du wirst sehen, heute wird es wieder schön im Kindergarten, du brauchst keine Angst zu haben“. Habt ihr es gehört? Schon spricht sie von Angst, obwohl ich noch keine habe. Aber Mama ist sehr klug, sie weißt vielleicht im voraus, was noch kommen wird. Wir kommen an und ich höre das fröhliche Geschrei von Freunden. Gleich stelle ich mir vor, was wir heute unternehmen könnten. Schon gehe ich auf den Eingang zu, da drehe ich mich noch einmal zu Mutti um. Vielleicht will sie einen Abschiedskuss?                                        

 ,, Du wirst sehen die Zeit vergeht sehr schnell. Bald bin ich wieder da um dich abzuholen. Bis dahin werden die Fräuleins gut auf dich aufpassen. Wenn du ein Problem hast, musst du es ihnen sagen!“

,, Ja, Mama!“ versuche ich abzukürzen. Solche Ansprachen können sich nämlich lange hinziehen. „Ich komme auch ganz pünktlich um dich abzuholen. Ja, sogar noch ein bisschen eher, dass du ganz sicher weißt: die Mama ist da. Du hast doch keine Angst, gell?                                                                                               

,,Ob ich Angst habe? Nein, das glaube ich nicht. Jedenfalls hatte ich vorhin keine und jetzt- da müsste ich mal überlegen…“                                                   

„Ich gehe jetzt nach Hause. Jens, die Mama denkt trotzdem an dich“                  

, Das wäre noch schöner wenn sie mich einfachen vergessen würde !“             

,, Tschüs, Jens“  „Tschüs“, murmle ich ein bisschen verwirrt über die Gedanken, auf die mich meine Mutter bringt: sie käme ganz sicher, um mich abzuholen?

Hm, vielleicht ist das gar nicht so selbstverständlich, wie ich immer angenommen habe. Und das mit der Angst- ich bin da vielleicht zu sorglos und ahne überhaupt nicht, was heute noch schlimmes passieren kann! Zögernd lasse ich Mama los (wir haben uns noch ein letztes Mal umarmt und dann ein allerletztes Mal), sie greif aber schon wieder nach mir, um mich fest zu drücken. Und warum lässt sie mich nicht los? Wovor will sie mich schützen? Woran denkt sie, wenn sie mich so sorgenvoll ansieht? Was kann mir denn, was kann ihr denn heute passieren, wenn sie jetzt geht?“           

 ,, Du spielst doch gerne mit den Kindern im Kindergarten, oder etwa nicht?“  ,, Warum fragt sie mich das? Sie weiß es doch! Oder weiß sie es nicht? Vielleicht hat sie Recht, vielleicht würde ich überhaupt lieber zuhause bleiben. Ich weiß gar nicht mehr, was ich sagen soll…“                                   

Wann findet die Eingewöhnung statt?

Die Eingewöhnung findet sofort nach der Sommerferienschließzeit statt:  von Ende August bis Mitte September.

Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt und kommen alle zwei Tage mit einer vertrauten Begleitperson (Mutter, Vater, Oma usw.) für ca. 5-6 Besuche in den Kiga kommen.

Der Ablauf.

Ihre Rolle als Eltern bzw. Begleitperson während der Eingewöhnung
in der ersten Woche:

Sie kommen mit Ihrem Kind von 8.45 Uhr bis 11.45 Uhr

Sie bleiben die gesamte Zeit im Gruppenraum anwesend. Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind am Gruppengeschehen teilnehmen, können ihm aber auch die Gruppenräume und unsere Spiele zeigen. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind Neugier zeigt und sich traut, alleine die Gruppenräume zu erkunden, lassen Sie es zu. Seien Sie jedoch präsent, sodass Ihr Kind das Gefühl hat, jederzeit zu Ihnen zurückkehren zu können (Sie sind der sichere Hafen). Versuchen Sie aber nicht, Ihr Kind zu überreden, sich von Ihnen zu entfernen – es muss es selber wollen. Wenn Ihr Kind versucht, von sich aus, sich einer Erzieherin anzunähern, unterstützen Sie es, wenn Sie aber merken, dass es wieder Ihre Nähe braucht geben Sie sie ihm. Sie übernehmen die Pflege und Versorgung ihres Kindes (Wickeln, anziehen, beim Essen unterstützen usw.).

Wir Erzieherinnen gestalten den Tag nach unserem Tagesablauf, d.h. Sie erleben mit uns die Freispielzeit, den Morgenkreis, das Frühstück, das Spielen im Garten und den Abschlusskreis.

Wenn Ihr Kind während des Morgenkreises oder des Frühstücks nicht sitzen bleiben will, dann zwingen Sie es nicht dazu, denn das ruhige Sitzen über längere Zeit, muss auch erst gelernt werden. Es kann gerne in der Zeit die Räume erkunden.

Die Erzieherinnen übernehmen in den Tagen die Beobachterrolle und machen erste Versuche mit dem Kind Kontakt aufzunehmen, es in ein Spiel mit einzubeziehen und seine Aufmerksamkeit zu wecken.

 

Ihre Rolle als Eltern bzw. Begleitperson während der Eingewöhnung
in der zweiten Woche.

Sie begleiten Ihr Kind ebenfalls von 8.45 Uhr bis 11.45 Uhr

Da Sie mit ihren Kindern nach dem Wochenende wieder in den Kiga kommen,  lassen Sie zuerst Ihr Kind ankommen, indem Sie z.B. mit ihm etwas spielen, ein Puzzle machen oder  ihm nochmal die Gruppenräume zeigen. Während der Freispielzeit bleiben Sie in der Nähe ihres Kindes. Wenn es aus Eigeninitiative auf die anderen Kinder oder Erzieherinnen zugeht, können Sie sich zurückzuziehen, indem Sie z.B. sich an einen Tisch setzen und ihr Kind beobachten, Sie bleiben aber im Raum. Die Erzieherinnen gehen in der Zeit auf die Kinder zu, versuchen Sie in ein Spiel einzubeziehen und sie zu beschäftigen.

Auch hier findet der Tagesablauf wie unter 4.1. beschrieben statt.

Sie als Eltern/Bezugsperson ziehen sich immer mehr zurück (Bsp. beim Frühstück gehen Sie in den Nebenraum, beim Anziehen lassen Sie uns behilflich sein)

Gegen 11.30 Uhr verabschieden wir Sie mit unserem Abschlusskreis.

 

An Ihrem vierten Besuchstag  versuchen Sie sich schon in der Freispielzeit zurückzuziehen. Nach ca. ½ Stunde können wir den ersten Trennungsversuch starten. Seien Sie dabei flexibel, manche Kinder brauchen mehr Zeit um anzukommen. Sie geben ihrem Kind Bescheid, dass Sie z.B. kurz auf die Toilette gehen und gleich wiederkommen. Es wäre gut wenn Sie sich ein Abschiedsritual überlegen würden und es dann jedes Mal wieder anwenden. Sie entfernen sich für längstens 10 Minuten, bleiben entweder in der Garderobe oder im Erdgeschoss im Wartebereich. Sie sollten sich nicht zu weit entfernen, damit wir Sie holen können, wenn Ihr Kind weint und es sich von uns nicht beruhigen lässt. Nachdem Sie wieder gekommen sind, gehen Sie zu ihrem Kind und sagen es ihm. Sie können auch vor dem Morgenkreis, während des Frühstücks oder der Gartenzeit den nächsten oder aber auch den ersten Trennungsversuch starten.

So verlaufen die nächsten Tage der Eingewöhnung bis zum 12. September (Datum in 2017).

 

Ab dem 13. September bleiben ihre Kinder schon alleine bei uns.

Sie bringen Ihr Kind ebenso um 8.45 Uhr in den Kindergarten.

Sie begleiten es bis zur Eingangstür und verabschieden sich dort mit einem Ritual. Wenn Ihr Kind beim Abschied weint, versuchen Sie sich dennoch kurz zu verabschieden und zu gehen. Wir wissen, dass es nicht einfach ist, ein weinendes Kind zurückzulassen. Denken Sie jedoch daran, dass Sie Ihr Kind nicht verlassen, Sie holen es wieder ab. Es bleibt auch nicht alleine, es bleibt mit uns und wir tun alles, dass es ihm gut bei uns geht.

Die nächste ½ Std warten Sie im Elternwartebereich, damit sie erreichbar sind, wenn Ihr Kind sie braucht. Wenn alles gut läuft können Sie gerne für ½ – 1 Std die Kita verlassen.

Wir möchten gerne mit jedem Tag die Aufenthaltszeit verlängern, denn somit gewöhnen sich die Kinder am besten ein. Wenn Ihr Kind keine Schwierigkeiten damit hat, sich von Ihnen zu trennen, darf es selbstverständlich auch gleich länger bleiben. Die ersten Tage aber nicht länger als bis 11 Uhr, denn es ist nicht zu unterschätzen wie anstrengend es für die Kinder ist. Wir möchten gerne nach der dritten Woche die Eingewöhnungsphase abschließen. Wenn es bei manchen Kindern noch nicht funktionieren sollte, sprechen wir es mit Ihnen persönlich ab.

Und bei jedem Kind gilt: jede Eingewöhnung ist individuell, und darauf wollen wir eingehen.

 

Unsere Tipps zur Eingewöhnung:

  • Stellen Sie uns Fragen, was immer Sie wissen wollen. Auch wir werden Fragen an Sie haben um Ihr Kind kennen zu lernen.
  • Nehmen Sie sich in der Eingewöhnungszeit nichts vor, damit Sie für Ihr Kind da sein können.
  • Kommen Sie zu allen vereinbarten Eingewöhnungstagen.
  • Ihr Kind darf weinen und auch mal traurig sein, es ist eine normale Reaktion und wir machen alles, dass es ihm bei uns gut geht.
  • Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen. Jedes Kind ist ein Individuum und kommt auf seine eigene Art mit der Trennung zurecht.
  • Verabschieden Sie sich nur kurz und gehen Sie. Je länger Sie bleiben, desto schwerer ist es für Ihr Kind.
  • Wenn Sie sich Sorgen machen, können Sie gerne bei uns anrufen. Vertrauen Sie uns aber, wir lassen Ihr Kind nicht zu lange weinen und rufen an, wenn es sich nicht trösten lässt.

 

Was braucht Ihr Kind an den Eingewöhntagen

  • eine Tasche/Rucksack mit einer Frühstücksbox.
  • Hausschuhe oder Anti-Rutsch- Socken, jedoch Hausschuhe sind besser, denn im Waschraum wird der Boden öfter nass. Bringen Sie bitte für sich auch Hauschuhe/Socken mit.
  • Wechselkleidung, falls Ihr Kind sich nass macht
  • für den Garten dem Wetter entsprechende Kleidung
    (Gummihose/Jacke/Stiefel/Mütze/Käppi usw.)
  • Windeln und Feuchttücher
  • Schnuller, Kuscheltier, Schmusetuch. Diese Sachen sind vor allem sehr wichtig, wenn Sie nicht mehr dabei sind. Somit geben Sie Ihrem Kind ein Stück Sicherheit und sie sind ein gutes Trostpflaster.

Jedes Kind bekommt ein eigenes Fach zur Aufbewahrung seiner persönlichen Sachen. Bitte alles mit Namen beschriften.

 

 

Krankheiten der Kinder

Wenn Ihr Kind krank ist, vor allem bei fieberhaften oder ansteckenden Erkrankungen muss es zuhause bleiben. Wir dürfen Ihren Kindern keine

Medikamente verabreichen. Ausnahmen sind chronisch kranke Kinder, hierzu benötigen wir eine schriftliche Verordnung des Kinderarztes. In diesem Fall sprechen Sie uns während der Eingewöhnung an, damit wir es mit Ihnen klären können. Bei Fehlen des Kindes rufen Sie bitte bei den Gänseblümchen an. Bei ansteckenden Erkrankungen informieren Sie uns bitte – im Interesse Aller – darüber. Bei ansteckenden Krankheiten muss eine ausreichende Genesungszeit einkalkuliert werden.

 

Liebe Eltern, wir hoffen, dass wir Ihnen die wichtigsten Informationen geben konnten und Sie mit dieser Informationsflut nicht überfordert haben. Wir freuen uns sehr, Sie und Ihre Kinder zu unserer Eingewöhnung begrüßen zu dürfen und freuen uns auf ein gelingendes Miteinander mit viel Freude und Vertrauen.

 

Ihr Gänseblümchenteam